Traditionelle Chinesische Akupunktur
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist die älteste ganzheitliche Heilkunst der Welt. Ihr Erfolg basiert auf der Grundlage der philosophischen Betrachtungsweise des menschlichen Lebens und seiner Beziehung zur Umwelt und Natur (Taoismus).
Der Mensch gilt als gesund, wenn ein Gleichgewicht in seinen Energiebahnen, den Meridianen, besteht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, entwickeln sich Beschwerden und Krankheiten. In der TCM werden Krankheiten in akut und chronisch eingeteilt. Zuerst wird das akute Krankheitsgeschehen (z. B. Schmerzen) und dann der Ursprung der Krankheit behandelt.
Die Diagnose:
Die Diagnosestellung erfolgt in der Traditionellen Chinesischen Medizin über das Sehen, Betrachten, Hören, Riechen, Betasten und über die genaue Befragung des Kranken. Dazu werden die Symptome
der Erkrankung analysiert und in Zusammenhang mit dem Umfeld, sowie den psychischen Prozessen gesetzt. Dieses Bild wird durch zwei weitere, klassische Diagnoseformen ergänzt: die Zungen-
und Pulsdiagnose. Dadurch gewinnt man einen umfassenden Eindruck über den Zustand des Patienten, das Gesamtbild der Erkrankung und deren Auswirkung auf den Menschen.
Nach gründlicher Befragung und Untersuchung des Patienten wird immer eine individuelle Akupunkturbehandlung durchgeführt. Erfreulicherweise, werden dadurch oftmals nicht nur die Hauptbeschwerden behandelt, manchmal auch zusätzlich die „kleineren” Beschwerden, mit denen sich der Patient oftmals schon abgefunden hatte.
Die Behandlung:
Die Nadelung oder Erwärmung der Akupunkturpunkte (Moxibustion) bringt die „Lebensenergie”, das sogenannte „Qi" wieder ins Gleichgewicht. Die einzelnen Akupunkturpunkte liegen auf
den sog. Meridianen (Leitbahnen), die über den gesamten Körper verteilt sind. Mit Hilfe von dünnen Nadeln wird eine schmerzlindernde Wirkung und eine Steigerung der Abwehrkraft im Körper erzielt.
Es werden werden Blockaden gelöst, und das Qi kann wieder frei fließen. Als weitere Folge wird die Funktion innerer Organe positiv beeinflusst, Schmerzen werden häufig schon während der
Behandlung gemildert, und darüber hinaus stellen sich eine tiefe Entspannung und Wohlbefinden ein.
Ist der Patient geschwächt, wird er mit einer bestimmten Nadeltechnik gestärkt. Ist das Gegenteil der Fall, d.h. der Patient trägt zu viel „blockiertes Qi” in sich, wird er mit einer anderen Nadeltechnik beruhigt.
Eine weitere Komponente der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das „Gua Sha”. Dabei handelt es sich um eine „Schabe-Technik“ auf der eingeölten Haut. Damit verursacht man eine starke Durchblutung und eine verstärkte Entgiftung der entsprechenden Regionen. Sehr häufig verspürt der Patient eine sofortige Erleichterung.
Ohrakupunktur:
Die Ursprünge der Ohrakupunktur liegen zwar in China (u.a. auch in Persien, Ägypten), doch hat sie einen völlig anderen Denkansatz als die klassische Akupunktur. Inzwischen ist sie von der
modernen TCM aufgrund ihrer Wirksamkeit integriert worden. Es gibt eine französische, eine chinesische und eine Wiener Schule der Ohrakupunktur. Der Hauptbereich ihrer Anwendung liegt bei
Erkrankungen des Bewegungsapparates, Allergien, Migräne, Suchttherapien und akute Schmerzen. Oft werden Körper- und Ohrakupunktur kombiniert.